EORI-Nummer bei DHL, UPS & Co.: Warum Paketdienste danach fragen
Wenn DHL, UPS oder FedEx nach der EORI-Nummer fragen, geht es um die Zollanmeldung Ihrer Sendung. So reagieren Sie richtig.
Ein Paket steckt beim Zoll fest, und plötzlich meldet sich DHL, UPS oder FedEx mit einer E-Mail oder SMS: „Bitte teilen Sie uns Ihre EORI-Nummer mit.“ Für viele Empfänger ist das der erste Kontakt überhaupt mit diesem Begriff. Warum fragt ausgerechnet der Paketdienst danach – und was passiert, wenn Sie keine EORI-Nummer haben? Dieser Artikel erklärt die Hintergründe und zeigt, was Unternehmen und Privatpersonen jeweils tun sollten.
Warum fragt DHL nach Ihrer EORI-Nummer?
Wenn eine Sendung aus einem Drittland (etwa den USA, China, Großbritannien oder der Schweiz) in die EU gelangt, muss sie beim Zoll angemeldet werden. Paketdienste wie DHL Express, UPS und FedEx übernehmen diese Zollabfertigung in der Regel im Namen des Empfängers. Genau dafür brauchen sie eine EORI-Nummer.
Die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) identifiziert den wirtschaftlichen Beteiligten gegenüber dem Zoll. Sobald Ihre Firma als Importeur auftritt, wird die Zollanmeldung auf Ihre EORI-Nummer ausgestellt. Der Paketdienst kann also nicht einfach abfertigen, ohne zu wissen, in wessen Namen der Import läuft. Was die Nummer genau ist, lesen Sie in unserem Überblick Was ist die EORI-Nummer?.
Der typische Ablauf
- Ihre Sendung erreicht die EU-Grenze und wird beim Zoll gestoppt.
- Der Paketdienst benötigt Daten für die Zollanmeldung – darunter oft die EORI-Nummer.
- Sie erhalten eine Aufforderung per E-Mail, SMS oder über ein Online-Portal.
- Nach Übermittlung der Nummer wird die Sendung verzollt und zugestellt.
Wann Unternehmen zwingend eine EORI-Nummer brauchen
Jedes Unternehmen, das Waren aus einem Nicht-EU-Land importiert oder dorthin exportiert, benötigt eine EORI-Nummer. Das gilt unabhängig vom Warenwert und schon ab der ersten Sendung. Für gewerbliche Empfänger führt an der EORI-Nummer also kein Weg vorbei.
Die gute Nachricht: Die Beantragung ist kostenlos und meist innerhalb weniger Tage erledigt. Wie das geht, erklären wir Schritt für Schritt unter EORI-Nummer beantragen. Haben Sie eventuell schon eine Nummer, wissen es aber nicht sicher? Dann hilft die Seite EORI-Nummer herausfinden.
Was Unternehmen dem Paketdienst mitteilen
In der Regel genügt es, die EORI-Nummer über das Portal oder per Antwort-E-Mail zu übermitteln. Achten Sie auf das korrekte Format – in Deutschland beginnt die Nummer mit DE, gefolgt von einer Zahlenkombination. Ob Ihre Nummer aktiv und gültig ist, können Sie vorab mit unserem EORI-Nummer-Validator prüfen.
| Land | Format der EORI-Nummer |
|---|---|
| Deutschland | DE + Ziffernfolge |
| Österreich | ATEOS + Ziffernfolge |
| Niederlande | NL + Ziffernfolge |
| Frankreich | FR + Ziffernfolge |
Müssen Privatpersonen eine EORI-Nummer angeben?
Hier liegt oft das Missverständnis: Viele Privatpersonen erhalten die DHL-Aufforderung, obwohl sie eigentlich gar keine EORI-Nummer benötigen. Die EORI-Nummer ist grundsätzlich für wirtschaftliche Beteiligte gedacht, also für Unternehmen und gewerbliche Importeure.
Für gelegentliche, private Bestellungen – etwa ein einzelnes Geschenk oder ein privater Onlinekauf – ist in der Regel keine EORI-Nummer nötig. Der Paketdienst kann die Sendung dann als reine Privatimport-Verzollung behandeln. In diesem Fall dürfen Sie die Anfrage ablehnen und stattdessen mitteilen, dass es sich um einen privaten Import handelt.
Wichtig: Wenn Sie regelmäßig Waren aus dem Ausland beziehen oder größere Mengen einführen, kann der Zoll das als gewerbliche Tätigkeit werten. Details dazu finden Sie unter EORI-Nummer für Privatpersonen.
So antworten Privatpersonen richtig
- Handelt es sich um einen einmaligen, privaten Kauf? Dann teilen Sie dem Paketdienst mit, dass Sie Privatperson sind und keine EORI-Nummer benötigen.
- Halten Sie Rechnung und Wertnachweis bereit – der Zoll berechnet Einfuhrabgaben auf Basis des Warenwerts.
- Reagieren Sie zügig, damit keine Lagergebühren entstehen.
Was passiert, wenn Sie nicht reagieren?
Ignorieren Sie die Anfrage des Paketdienstes, bleibt die Sendung im Zolllager liegen. Das kann teuer werden und im schlimmsten Fall zur Rücksendung führen.
| Situation | Mögliche Folge |
|---|---|
| Keine Antwort auf EORI-Anfrage | Sendung bleibt im Zolllager stehen |
| Lange Standzeit | Lager- und Standgebühren pro Tag |
| Keine Verzollung möglich | Rücksendung an den Absender |
| Rücksendung | ggf. keine Rückerstattung durch den Händler |
Gerade bei Express-Diensten laufen die Fristen schnell. Reagieren Sie deshalb möglichst innerhalb der genannten Frist – ob mit EORI-Nummer (Unternehmen) oder mit dem Hinweis auf einen Privatimport.
DHL, UPS und FedEx im Vergleich
Alle großen Paketdienste fragen aus demselben Grund nach der EORI-Nummer, unterscheiden sich aber im Ablauf:
- DHL Express: meist per E-Mail oder über das Zoll-Portal „On Demand Delivery“; oft mit knapper Frist.
- UPS: Anfrage per E-Mail oder Telefon, Übermittlung über das UPS-Portal.
- FedEx: Kontakt per E-Mail; EORI-Nummer wird für die Handelsrechnung und Zollanmeldung benötigt.
In allen Fällen gilt: Prüfen Sie zunächst, ob die Anfrage echt ist (Absenderadresse, Sendungsnummer) und ob Sie überhaupt eine EORI-Nummer brauchen.
Sonderfall Schweiz und Österreich
Kommen Ihre Sendungen aus der Schweiz oder gehen dorthin, gelten zusätzliche Besonderheiten, weil die Schweiz kein EU-Mitglied ist. Wir haben die Details unter EORI-Nummer Schweiz und für den österreichischen Zoll unter EORI-Nummer Österreich zusammengestellt.
Ihr nächster Schritt
Klären Sie zuerst, in welcher Rolle Sie importieren:
- Als Unternehmen: Beantragen Sie jetzt Ihre kostenlose EORI-Nummer über EORI-Nummer beantragen und geben Sie sie dem Paketdienst durch. Bestehende Nummern lassen sich vorab im Validator prüfen.
- Als Privatperson: Teilen Sie dem Dienst mit, dass Sie keine EORI-Nummer benötigen – mehr dazu unter EORI-Nummer für Privatpersonen.
Einen kompletten Überblick zum Thema finden Sie in unserem EORI-Ratgeber. So kommt Ihr Paket ohne unnötige Gebühren aus dem Zoll.
Häufig gestellte Fragen
Warum fragt DHL nach meiner EORI-Nummer?
DHL fertigt Ihre Sendung beim Zoll in Ihrem Namen ab und benötigt dafür die EORI-Nummer, die Sie als wirtschaftlichen Beteiligten identifiziert. Ohne diese Angabe kann die Zollanmeldung bei gewerblichen Importen nicht ausgestellt werden.
Brauche ich als Privatperson eine EORI-Nummer für ein DHL-Paket?
Für einmalige, private Bestellungen ist in der Regel keine EORI-Nummer nötig. Sie können dem Paketdienst mitteilen, dass es sich um einen privaten Import handelt, und die Anfrage ablehnen.
Was passiert, wenn ich die EORI-Anfrage des Paketdienstes ignoriere?
Die Sendung bleibt im Zolllager stehen, wodurch Lager- und Standgebühren entstehen können. Wird die Ware nicht verzollt, geht sie am Ende an den Absender zurück.
Wie teile ich DHL oder UPS meine EORI-Nummer mit?
Meist über das jeweilige Online-Portal oder per Antwort auf die E-Mail des Paketdienstes. Achten Sie auf das korrekte Format – deutsche Nummern beginnen mit DE.
Wie lange dauert die Beantragung einer EORI-Nummer?
Die Beantragung ist kostenlos und in vielen Fällen innerhalb weniger Tage erledigt. Für dringende Sendungen sollten Sie die Nummer möglichst frühzeitig beantragen.
Kann ich vorab prüfen, ob meine EORI-Nummer gültig ist?
Ja, mit einem EORI-Validator lässt sich prüfen, ob Ihre Nummer aktiv und korrekt registriert ist. Das vermeidet Verzögerungen bei der Zollabfertigung.
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